Neubau zum Kleist-Museum Frankfurt (Oder)

Wettbewerb 2010

Architekten: Harder III Stumpfl

Für den Neubau zum Kleist-Museum wird ein kompakter Baukörper vorgeschlagen, der die ökonomisch/ ökologischen Anforderungen erfüllt und dem spätbarocken Bestandsgebäude seine Kraft und Einzigartigkeit erhält. Der Neubau soll durch Maß und Proportion mit dem Altbau ein harmonisches Ensemble in der heterogene Nachbarschaft bilden. Der Baukörper situiert sich im Sinne der stadträumlichen Grundkonstellation trotzdem selbstbewusst, durch materielle Zurückhaltung fügt er sich jedoch im Stadtbild ein.

Das historische Kleist-Museum und der im Rahmen dieses Wettbewerbs zu planende Neubau befinden sich am südöstlichen Rand einer aus dem Zentrum Frankfurts kommenden und zur Oder führenden Achse. Städtebaulich soll zwischen dem Zentrum und dem Fluss ein räumlich gefasster Anger entstehen.

Das vorliegende Freianlagen-Konzept integriert die Flächen südlich der Bischofstrasse, schafft einen wahrnehmbaren Raum und öffnet diesen zum Museum hin. Das Museums-Ensemble verliert seinen „Rand-Charakter“ und wird ein wesentlicher Teil des entstehenden Raumes.

Ausgehend von den vorhandenen Grünstrukturen im Norden der Bischofstrasse erstrecken sich Belags- / Platzflächen über die Strasse hinweg bis in den südlichen Bereich. Der Verkehrsraum wird entschleunigt, es entsteht eine optische und räumliche Verbindung der nördlichen und südlichen Bereiche. Die vom Zentrum Frankfurts ausgehende Achse wird gestärkt, weitet sich in Richtung Kleist-Museum auf und unterstreicht die Wichtigkeit des Bauwerks für den Ort.

Von der Faberstraße betritt man stufenlos, in der Mittelachse des Neubaus das Foyer, welches die öffentlichen Einrichtungen beherbergt. Das Foyer bildet als großzügiger Vorbereich und Leerraum den Auftakt zu den  Ausstellungsbereichen und Forschungseinrichtungen des Kleist-Museums. Im Nordosten zum Garten liegt der Veranstaltungsraum mit Kantine, südlich befindet sich der Verwaltungsbereich. Darüber befinden sich im 1. und 2. Obergeschoss jeweils die Bereiche der Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen.

Begibt man sich nach Norden, erreicht man die Dauerausstellung mit dem Auftaktraum und der Verbindung zum Bestandsgebäude. Im Bestandsgebäude kann der Rundgang durch die Dauerausstellung im 1. Obergeschoss fortgesetzt werden. Über einen Steg wird der Besucher aus dem kleinräumlichen atmosphärischen Altbau wieder zum Neubau mit seinem großzügigen Raumgefüge geführt.

Über eine großzügige, an das Foyer angelagerte Treppe mit  Aufzug erreicht der Besucher das 2. Obergeschoss, mit dem als Galerie ausgeformten und mit Lichtsheds versehenen Bereich für Wechselausstellungen und der Freihandbibliothek als Abschluss des Rundgangs. Die jeweiligen Ausstellungsflächen sind als zusammenhängende, stützenfreie, große Flächen konzipiert um ein freies Ausstellungskonzept zu ermöglichen und lassen über Sheds und Galerie eine flexible Tageslichtnutzung im Bereich der zwei  Wechselausstellungsräume zu. Das zentral gelegene Treppenhaus des Neubaus sorgt für kurze Wege im Gebäude und fördert durch den angelagerten Luftraum Kommunikation und Orientierung. Auch die Verteilung der Besuchergruppen, sowie der direkte Zugang zu den jeweiligen Forschungsbereichen, sind von hier aus in einer eindeutigen Wegeführung möglich.