Interimsunterbringung des Landtages im Kunstgebäude - historischer Gebäudeteil

Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart

Fertigstellung Interimsunterbringung Landtag 2013
Architekten: Harder III Stumpfl
Auftraggeber: Land Baden-Württemberg, vertreten durch Vermögen und Bau, Amt Stuttgart
Bauvolumen: 25.500 cbm

Das Kunstgebäude in Stuttgart befindet sich im Stadtzentrum in unmittelbarer Nähe zum Neuen Schloss und liegt direkt am Rande des Schlossplatzes.
Das Kunstgebäude wurde von 1910 bis 1913 vom Architekten Theodor Fischer errichtet, im zweiten Weltkrieg wurde das Haus in weiten Teilen zerstört. Der historische Teil des Kunstgebäudes wurde von 1956 bis 1961 von Paul Bonatz und Günther Wilhelm wieder aufgebaut und mit einem Anbau – dem Vierecksaal – im Norden erweitert. Das Gebäude steht gemäß §28 DschG als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz.

Im Zuge der Sanierung des Landtagsgebäudes wird der Landtag interimsweise, für zwei bis drei Jahre, im Kunstgebäude untergebracht sein.

Harder III Stumpfl erhielten im September 2012 den Planungsauftrag, an Weihnachten 2012 mussten die Hauptgewerke ausgeschrieben sein, Mitte März 2013 war Baubeginn, am 31.Juli startete der Probebetrieb, am 24. September 2013 findet die erste Plenarsitzung statt.

Eine Herkulesaufgabe, vergleichbar mit einem 100m-Lauf. Die Bezeichnung Interimsunterbringung, könnte den Leser dazu verleiten die Baumaßnahme als Provisorium zu sehen, einen Plenarsaal zweiter Klasse. Dem ist nicht so, ein voll funktionsfähiger Plenarsaal musste gebaut werden in gut 4 Monaten, eine Versammlungsstätte unter Wahrung der denkmalgeschützten Substanz, mit sämtlichen sicherheitstechnischen, brandschutztechnischen, medientechnischen, akustischen und lichttechnischen Bedingungen.
Nicht zuletzt sollen sich Politiker und Besucher in dem Raum auch wohlfühlen.

Der Kuppelsaal dient künftig als Plenarsaal. Hierzu wurde der gesamte Raum mit einem Doppelboden mit aufsteigendem Gestühl versehen. Die Konstruktion des Doppelbodens besteht aus einer Holzkonstruktion, der Fußboden ist mit einem Teppichboden belegt. Im gesamten Plenarsaal sind nach Angaben des beauftragten Bauphysikers unterschiedliche Akustikmaßnahmen, u.a. zur besseren Sprachverständlichkeit, installiert. Prägnanteste Maßnahme ist hierbei ein in der Kuppel „schwebender“, mit einer transparenten, perforierten Folie bespannter, Kegelstumpf. Des Weiteren sind verschiedene Akustikmaßnahmen an den Wänden, in der Kuppelschale sowie im Doppelbodenzwischenraum umgesetzt.

Das in Kreisform angeordnete Gestühl ist mit klappbarer Sitzfläche ausgeführt. Gemeinsam mit den klappbaren Tischen ist eine optimale Raumausnutzung gegeben.

Der Sitzungssaal weist 300 Sitzplätze aus, einschließlich Zuschauer und Presseplätze. Die Tische und Stühle sind fest eingebaut.

Durch die drei leicht gestaffelten Ebenen ist die Unterbringung der Medientechnik, der Starkstromtechnik und der Lüftungstechnik im Doppelboden gewährleistet, ohne in den Fußbodenbereich eingreifen zu müssen. In der Kuppelschale sind Beleuchtung und Akustikmaßnahmen vorgesehen.

Ebenfalls untergebracht sind die Fraktionsräume mit den entsprechend notwendigen Nebenbereichen.